Cherif Chalakani – sein Beitrag
Cherif Chalakani, ägyptischer Herkunft, in Frankreich aufgewachsen und in Mexiko beheimatet, ist ein Kind des Exils, geprägt von vielfältigen Kulturen. Sein akademischer Werdegang spiegelt sowohl seine Neugier als auch seine Fähigkeit wider, zwischen der akademischen Welt und alternativen Ansätzen zu navigieren. Nach einem Studium der Mathematik und Statistik in Paris erwarb er in Mexiko einen Master in Beratung, Gesprächspsychotherapie und humanistischer Entwicklung..
Cherif Chalakani – sein Beitrag
In den 1980er-Jahren bildete er sich am Wilhelm-Reich-Institut in Mexiko in Körperpsychotherapie weiter und entwickelte eine Praxis der sensorischen Achtsamkeit und aktiven Präsenz. In ihr verbinden sich Meditation und Bewegung in der Gruppe.
1978 begegnete er Claudio Naranjo und wurde im Laufe der Jahre zunächst dessen Schüler, später auch sein Mitarbeiter. Von Anfang an nahm er an den verschiedenen Modulen des SAT-Programms in Spanien – beginnend 1987 in Babia – teil, dann auch während der letzten Jahrzehnte in Frankreich und Deutschland.
In Mexiko begleitete Cherif im Auftrag des Hohen Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen zwischen 1982 und 1985 die soziale Reintegration ehemaliger politischer Gefangener aus Mittelamerika, die gefoltert und später amnestiert worden waren.
Sein therapeutischer Ansatz beruht auf zwei komplementären Schwerpunkten:
- Der erste Schwerpunkt widmet sich den toxischen Beziehungen innerhalb der Herkunftsfamilie. In diesem Kontext entwickelte er in Mexiko El árbol que canta und co-leitet seit über fünfzehn Jahren in Frankreich den Hoffman Prozess.
- Der zweite Schwerpunkt erforscht die Erfahrung der Geburt. Seit über vierzig Jahren hat Cherif eine eigene Methodologie entwickelt und verfeinert, die er Espacios nacientes nennt. Diese Arbeit, die dem Körper und seinen inneren Landschaften – den sensorischen wie den emotionalen – besondere Aufmerksamkeit widmet, betrachtet die Erfahrung der Geburt in ihren physischen, existenziellen und metaphorischen Dimensionen.
„Ich wurde geboren, um geboren zu werden“ – dieses Zitat von Pablo Neruda drückt die Essenz seines Ansatzes treffend aus. Jeder Schritt in Richtung Reife ist eine Geburt, manchmal sogar eine wahre Metamorphose. Cherif schlägt ein Übergangsritual von Tod und Wiedergeburt vor, um Veränderungen mit Bewusstheit und Vertrauen zu empfangen und sich ganz auf die Bewegungen und Wandlungen des Lebens einzulassen.
Cherif Chalakani versteht sich selbst als eine Art „spirituelle Hebamme“, die die Räume des Möglichen jenseits der begrenzenden Strukturen des Ego eröffnet.
Er ist Autor von Renacer al Ser (Éditions La Llave), das auch auf Englisch unter dem Titel Birthing the Self erschienen ist.
Buch
Birthing the self
‘Birthing the self ’ is not just a book about rebirth, breathing and awareness of the body, it also places a deep focus on birth and its implications, and proposes a theory of neurosis and character work, addressing a healthy inner mothering and fathering aimed at organismic self-regulation, and introduces readers to “Espacios Nacientes,” a therapeutic approach that favours raising consciousness and opening the heart, giving space to all possibilities. Cherif Chalakani also outlines his own quest: a story of exile and absence, of indigenous traditions and sacred plants, of meetings with notable men and deep emotional connections.
Interview
Cherif Chalakani: From being a lost child in exile to feeling at home in the body
Von Sophie Friedel
« Many Peaces Magazine » (2019)
Audio
Selbstmassage
Eine kurze angeleitete Übung auf Spanisch: In Bewegung und Stille, durch ein subtiles Erwachen der Aufmerksamkeit, bewohnt man den Körper und seine sinnlichen Landschaften.
Birthing the self
Ediciones La Llave
Eine wichtige und professionelle Autobiografie eines Therapeuten, der sein Leben der Neudefinition der traumatischen Geburtsbedingungen unzähliger Menschen widmete.
